Mittwoch, 20. Juli 2016

Tag 19: Hanoi

Tag 19

Hanoi ist wieder recht groß und voll. An das Straße-Überqueren habe ich mich ja inzwischen gewöhnt. Es gilt: Augen auf und durch. Aber langsam. Damit die Mopeds Zeit haben zu entscheiden ob sie direkt vor oder hinter einem lang fahren wollen.:P An die Hitze hingegen habe ich mich immer noch nicht recht gewöhnt. Ich bin jeden Tag aufs Neue erstaunt, wie unglaublich heiß es ist! Wenn man merkt, wie einem die Schweiß-Tropfen den Rücken runterlaufen - herrlich! :D

Gestern hatten wir einen (sehr kurzen) Orientation Walk. Unser Guide wohnt hier in der Gegend, es kam einem irgendwie so vor, als wolle er schnell fertig sein, um Zeit zu haben. Aber wollen wir ihm das mal gönnen. Er hat immer nur 4 Tage frei zwischen Touren und ist dann wieder mindestens 3 Wochen weg. Verdienen tut er übrigens 40 Dollar pro Arbeitstag und 29 Dollar pro freiem Tag. Und das ist sicherlich einer der bestbezahltesten Jobs hier.

Es ist schon krass, mit wie viel Armut man hier doch immer wieder konfrontiert ist. Da kommt man sich als Touri doch öfter mal sehr fehl am Platz vor. Aber gleichzeitig begegnen einem eigentlich alle sehr freundlich und offen.

Abends waren wir wieder auf einem Nightmarket. Vorher haben wir ganz nach Vietnam-Art auf kleinen Hockern mitten auf der Straße Abendbrot gegessen. Das sieht immer herrlich bizarr aus, wie da Massen an erwachsenen Leuten auf kleinen Kinderhockern oder -Stühlen sitzen, mit den Knien ganz weit oben und essen :D




Heute haben wir eine Guided Tour zum Ho Chi Minh Mausoleum, dem Hỏa-Lò-Gefängnis und einem Literature Tempel gemacht. Das ganze war zwar sein Geld nicht wert, aber doch interessant. Vor allem das Mausoleum. Da gelten striktere Sicherheitsvorkehrungen als am Flughafen, nicht mal eine Banane durfte mit rein. Dann wird man da in einer langen Schlange lang geschleust.
Je näher man dem Gebäude kommt, desto mehr Militär steht spalier. Auch um Ho Chi Minh wird man drumrum geschleust. Man darf einmal um ihn rumgehen und das ist man auch schon wieder draußen :D Aber das war schon faszinierend. Entgegen seines Wunsches, eingeäschert zu werden, wurde er nämlich "konserviert" und liegt dort wie schlafend in einem Glaskasten.



Das Gefängnis wurde von den amerikanisches Kriegsgefangenen auch Hanoi Hilton genannt. Das ganze war zwar natürlich ein Gefängnis, aber die Kriegsgefangenen wurden sehr gut behandelt und hatten viele Rechte. Sie konnten Sport treiben, ihre Religion ausüben, ihnen wurde die vietnamesische Kultur näher gebracht und als sie entlassen wurden gab es sämtliche persönliche Gegenstände plus Souvenirs zurück. Einer der Gefangenen war John McCain, was mir ehrlich gesagt neu war.




Abends waren wir im Wasserpuppentheater. ich weiß nicht recht, was ich erwartet habe, aber bekommen habe ich Puppen im Wasser :D War ganz cool, auch wenn wir natürlich nicht verstanden haben, was gesagt wurde. Der Großteil war aber bloß mit Musik hinterlegt, deshalb war das ok.



Als wir dann zurück gehen wollten zum Hotel hat es im wahrsten Sinne des Wortes aus heiterem Himmel geschüttet. Wir sind im strahlenden Sonnenschein ins Theater rein und eine Stunde später bei Weltuntergang wieder raus. Und es sah auch nicht so aus, als würde es bald aufhören, deshalb sind wir los. Ich war meinem Vergangenheits-Ich seeeehr dankbar, den Poncho eingepackt zu haben, allein schon, um meine Kamera zu schützen! Aber das war mal ein Erlebnis :D

Das Abendessen musste zum Umziehen ein bisschen nach hinten verschoben werden. Das war schon wieder ein Goodbye & Welcom Dinner. 8 Leute haben uns verlassen und 8 neue sind dazu gekommen. Wir haben in einem Hotel ganz oben unterm Dach gegessen, der Ausblick war echt gut, vor allem, da wirklich alle paar Sekunde Blitze gezuckt haben. Ganz anders als in Deutschland aber völlig ohne Donner.


Jetzt sitze ich hier in der Lobby und warte darauf, dass es losgeht zum Flughafen: heute geht es weiter nach Laos!





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